Wichtig zu wissen: Änderungen beim Nachteilsausgleich

Der Nachteilsausgleich besteht entweder in einer Verlängerung der Arbeitszeit bei der Leistungserhebungen und/ oder in einer veränderten Gewichtung der erreichten Noten und/ oder im zur Verfügung stellen von technischen Hilfsmitteln. Den Umfang und die konkrete Ausgestaltung des Nachteilsausgleiches schlägt aufgrund eines Gutachtens eines niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychologen der zuständige Schulpsychologe (an der Schule oder an der staatlichen Schulberatungsstelle) vor.

Quelle:www.schulberatung.bayern.de

 

Ein einmal ausgestellter Nachteilsausgleich ist in der Regel für die ganze Schulzeit an der besuchten Schule bzw. Schulform und somit auch für die Abschlussprüfung gültig. Es erscheint immer ein Vermerk im Zeugnis, welcher auf den erteilten Nachteilsausgleich aufgrund der fachärztlich festgestellten Legasthenie hinweist. Natürlich auch im Abschlusszeugnis der 10. Klasse. Wenn dies nicht gewünscht wird, kann der Antrag auf Nachteilsausgleich von den Erziehungsberechtigten zurückgezogen werden. Dies muss schriftlich erfolgen bis zum letzten Ferientag der Sommerferien vor Eintritt in die Jahrgangsstufe 9.

Dieser Schritt sollte gut überlegt sein und z.B. mit dem Klassenlehrer oder Beratungslehrer diskutiert werden, ob dies für den einzelnen Schüler sinnvoll ist. Es ist normalerweise auch eine erneute Testung des Schülers möglich, um eine Entscheidungshilfe zu bekommen. Denn ab dem Zeitpunkt des Widerspruchs erhält der Schüler in der Jahrgangsstufe 9 und 10 keine der oben beschriebenen Maßnahmen mehr.

Nun gibt nun eine neue Entwicklung im Bereich des Nachteilsausgleiches. Seit Sommer 2009 kann zwischen Notenschutz und Nachteilsausgleich unterschieden werden und diese Unterscheidung in einem neu beantragten Nachteilsausgleich vor Beginn der 9. Jahrgangsstufe festgelegt werden.

Grundlage dazu ist ein Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 04.12.2003 i.d.F. vom 15.11.2007 zu dem Thema "Grundsätze zur Förderung von Schülerinnen und Schülern…"Hier steht im Kapitel I. unter "Abschlüsse, Prüfungssituationen", dass eine Unterscheidung zwischen den äußeren Prüfungsbedingungen (Nachteilsausgleich) und dem Abweichen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsbewertung (Notenschutz) gemacht werden soll http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2003/2003_12_04_Lese_Rechtschreibschwaeche.pdf.

Hierbei verzichtet der Schüler nach schriftlichem Antrag der Eltern auf den Notenschutz und somit auf jegliche veränderte Gewichtung der erreichten Noten, d.h. also die Rechtschreibung wird z.B. voll bzw. normal gewertet und es erfolgt keine höhere Bewertung von mündlichen Noten. Der Nachteilsausgleich an sich mit einer Verlängerung der Arbeitszeit oder/und Verfügungsstellung von technischen Hilfsmitteln erfolgt aber weiterhin. Hier schlägt derzeit der zuständige zentrale Schulpsychologe für Realschulen der staatlichen Schulberatung in Bayern in Absprache mit Schulpsychologen den Umfang und die konkrete Ausgestaltung des Nachteilsausgleiches aufgrund eines Gutachtens eines niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychologen der zuständige Schulpsychologe vor.

In der Regel wird der „alte“ Nachteilsausgleich eingeschränkt und damit entfällt der Hinweis auf den Nachteilsausgleich in der Zeugnisbemerkung.

Aber auch hier sind gründliche Überlegungen vor diesem Schritt wichtig und Gespräche mit dem Klassenlehrer oder Beratungslehrer und Schulpsychologen unabdingbar.

Sinnvoll erscheint diese Änderung des Nachteilsausgleiches vor allem für Schüler, die an einer ausgeprägten Lesestörung leiden. Für Schüler mit einer vorwiegenden Störung der Rechtschreibung wird diese neue Möglichkeit bzgl. des Nachteilsausgleiches in der Regel leider nicht praktikabel sein.